Energieeffizienz im Wohnungsbau in der Lombardei wird zu einem entscheidenden Marktfaktor

Der Immobilienmarkt in der Lombardei, insbesondere in Mailand, konzentriert sich zunehmend auf die Energieeffizienz von Wohngebäuden. Während die Energieklasse einer Immobilie früher primär als formale Anforderung galt, beeinflusst sie heute direkt Immobilienpreise, Verkaufsgeschwindigkeit und das Interesse der Käufer.

Laut der 13. Ausgabe der Studie Real Estate DATA HUB, die vom Analysezentrum von RE/MAX Italia in Zusammenarbeit mit den Forschungsabteilungen von RYZE und 24MAX erstellt wurde, sind die Verkäufe von Wohnungen und Häusern mit hoher Energieeffizienz (Klassen A und B) in ganz Italien in den letzten zwei Jahren um mehr als 25 % gestiegen. Darüber hinaus liegt der Preis solcher Immobilien im Durchschnitt um etwa 40 % über dem Preis von Wohnungen mit niedriger Energieeffizienz, und ihre Verkaufszeiten sind fast 8 % kürzer.

Lombardei: Die Nachfrage nach energieeffizientem Wohnraum wächst

Dieser Trend ist in der Lombardei besonders ausgeprägt. Der Anteil der Transaktionen mit Immobilien der Klassen A und B erreichte 16 % des Gesamtmarktes. Gleichzeitig sank die Anzahl der Verkäufe von Häusern und Wohnungen mit niedriger Energieeffizienz (Klassen E, F und G) von 66 % auf 64 %. Das Segment der Immobilienklassen C und D bleibt stabil und macht etwa 20 % des Marktes aus, was auf eine allmähliche Verlagerung der Nachfrage hin zu moderneren und energieeffizienteren Immobilien hindeutet.

Unter den Wohnungstypen sind Dreizimmerwohnungen am beliebtesten – sie machen 48,35 % aller Transaktionen aus. Zweizimmerwohnungen folgen mit einem Anteil von 31,72 %, gefolgt von Vierzimmerwohnungen mit 14,45 %. Einzimmerwohnungen verlieren weiterhin an Beliebtheit und machen nur noch 2,66 % des Marktes aus. Käufer entscheiden sich zunehmend für geräumigere Wohnungen und achten dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Platzangebot, Funktionalität und Energieeffizienz.

Mailand: Stabile Preise und hohe Nachfrage nach Zweizimmerwohnungen

Auch in Mailand verändert sich die Marktstruktur allmählich. Der Anteil der Transaktionen mit Immobilien der Klassen C und D stieg von 21 % auf 26 %, während die Anzahl der Verkäufe von Wohnungen der Klassen E, F und G auf 66 % sank – den niedrigsten Wert der letzten Jahre. Dies deutet darauf hin, dass Käufer zunehmend ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Immobilienpreis, Wohnqualität und Betriebskosten anstreben.

Im zweiten Halbjahr 2025 blieb der durchschnittliche Quadratmeterpreis nahezu unverändert und lag bei 4.587 € gegenüber 4.650 € im ersten Halbjahr. Gleichzeitig verteuerten sich Zweizimmerwohnungen deutlich: Ihr Durchschnittspreis stieg von 4.569 € auf 5.170 € pro Quadratmeter. Dieses Wachstum erklärt sich durch das anhaltende Interesse sowohl von Käufern, die Wohneigentum für den Eigenbedarf erwerben, als auch von Investoren. Die durchschnittliche Verkaufsdauer von Immobilien in Mailand beträgt 97 Tage, was die hohe Marktaktivität bestätigt.

Stadtentwicklung kurbelt die Nachfrage an

Käufer interessieren sich besonders für Gebiete, in denen Stadterneuerungsprojekte umgesetzt und die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut wird. Hier sind neue oder komplett sanierte Häuser mit hoher Energieeffizienz besonders gefragt. Käufer betrachten solche Immobilien zunehmend als langfristige Investitionen, die ihren Wert auch in Zukunft erhalten können.

Veränderte Herangehensweisen an die Immobilienwahl

Experten weisen darauf hin, dass die laufenden Veränderungen nicht nur die Einführung moderner Technologien, sondern auch veränderte Verbraucherpräferenzen widerspiegeln. Laut Dario Castigli, CEO und Gründer von RE/MAX Italia, wird Energieeffizienz zu einem entscheidenden Kriterium bei der Wahl einer Immobilie. Eigentümer veralteter Immobilien sollten sich bewusst sein, dass ihre Objekte ohne Modernisierung nach und nach an Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt verlieren können.